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Erich Kästner-Gesamtschule Kirchlengern
In der Mark 30
32278 Kirchlengern 

 

Aus: NW vom 08.04.2016

Schüler informieren sich über Sucht

Suchtprävention: An verschiedenen Stationen konnten sich die Achtklässler der Erich-Kästner-Gesamtschule informieren.

Berater und Betroffene erzählten über eigene Erfahrungen


Kirchlengern (ak) Es sind keine Themen, über die sich Jugendliche auf dem Pausenhof unterhalten. Aber Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Essstörungen und Mediensucht gehören zum alltäglichen Bild der Gesellschaft. Junge Menschen richtig aufzuklären, hat für Margret Albsmeier, Sozialpädagogin der Gesamtschule, eine hohe Priorität. 


Auf dem Suchtpräventionstag lernen die Schüler schon seit einigen Jahren viel über die Gefahren von Sucht - und wie man am Besten mit dem Thema umgehen kann. Auch in diesem Jahr konnten sich die Mädchen und Jungen der Jahrgangsstufe acht informieren. Insgesamt drei von sechs Stationen besuchten die verschiedenen Gruppen. An den Stationen "Essstörungen", "Legale, illegale Drogen", "Alkohol", "Party Time" und "Mediensucht" standen jeweils professionelle Helfer bereit, die über das jeweilige Thema berichteten. Mitarbeiter von Beratungs- und Fachstellen, ein Medienpädagoge, eine Ökotrophologin und ehemalige Suchtkranke nahmen die Schüler an die Hand und klärten auf.


Die Schüler Kevin Nattermann, Maik Sigrij, Alysia Aslan, Annika Neverov, Carolin Ulrich, Aaron Sudeck, Dania Hanuschkewitz und Philipp van Weegen berichten in einem Gespräch mit Margret Albsmeier über die gemachten Erfahrungen am Suchtpräventionstag. An der Station "Essstörungen" konnten sie sich unter anderem auch ein Video über Betroffene anschauen. "Teilweise hat die eine Frau nur noch 40 Kilo gewogen und wenn sie sich irgendwo hinsetzen wollte, dann tat ihr das weh", erzählt Carolin über das Gesehene und zeigt sich betroffen. 


Vor allem den Mädchen soll an dieser Station vermittelt werden, wie schnell ein Abnehmtrend in Zeiten von dünnen Models in den Medien zu einer Essstörung führen kann. Annika, die an der Station "Alkohol" mit einem ehemaligen Abhängigen gesprochen hat, findet es mutig, dass die Menschen darüber offen sprechen können. "Es ist krass, dass sie einfach so erzählt haben, wie es ihnen geht", sagt sie. "Ich habe den größten Respekt vor denjenigen, die es aus der Sucht geschafft haben", sagt Philipp van Weegen. 


An der Station "Mediensucht" hat er zudem erfahren, warum man zu viel an der Konsole oder dem PC spielt. "Das fand ich sehr, sehr gut", sagt er. Aaron und Dania haben an der Station "Drogen" einiges aus dem Leben eines Heroinabhängigen erfahren. "Er hat seitdem er 14 ist, Heroin genommen - und irgendwann sind ziemlich starke Schmerzen dazugekommen", berichten sie. "Der Mann, der sich dort mit den Kindern unterhalten hat, kommt jedes Jahr extra aus dem Sauerland mit dem Rad zu uns, um seine Erfahrungen weiterzugeben", sagt Margret Albsmeier. 


Das Engagement der ehemaligen Suchtkranken sei riesig, da sie mit ihren Erfahrungen andere davor bewahren wollen, selbst krank zu werden. An der Station "Party Time" wurde es dann ganz praktisch. "Da haben wir zusammen alkoholfreie Cocktails für die Besucher gemacht", sagt Maik, der gemeinsam mit Kevin an den Stationen unterwegs war. 


Das Erzählte lässt darauf schließen, dass die Schüler viel für die Zukunft mitgenommen haben. "Wir haben echt viel gelernt. Man versucht ja auch vieles, wenn man in der achten Klasse ist - und da hilft so eine Aufklärung", sagt Alysia. Margret Albsmeier zeigt sich beeindruckt von dem, was die Schüler im Nachhinein über die Veranstaltung berichten. "Ich bin beeindruckt, wie ehrlich sie sind", sagt sie. Am Abend soll es noch einen Elternabend geben - ebenfalls über das Thema "Sucht".



 

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